30.08.2010
 in Presse

Unternehmensführung mit CSR

Harvard Business Manager, Heft 6/2010: Der globale Manager  | 27.08.2010

Corporate Social Responsibility
 Leadership im Zeitalter der Transparenz

Von Christopher Meyer und Julia Kirby

Unternehmen müssen sich zunehmend darauf einstellen, dass die Öffentlichkeit von ihnen fordern wird, Verantwortung für die von ihnen verursachten externen Effekte zu übernehmen. Daher sagen wir voraus, dass sich ein interessanter Wandel vollziehen wird. Denken Sie einen Moment lang über die in jüngster Zeit entstehenden „Social Enterprises“ nach, eine neue Art Unternehmen, die in erster Linie geschaffen wurde, um soziale Leistungen zu erbringen. Anders als Wohltätigkeitsorganisationen verlässt sich ein Social Enterprise aber nicht auf Spender. Es zielt vielmehr darauf ab, einen Gewinn zu machen, der ausreicht, um seine weiterlaufenden Operationen finanzieren zu können.[...]

Nun bedenken Sie: Wenn ein traditionelles, gewinnorientiertes Unternehmen größere Verantwortung für externe Effekte übernimmt, kommt es einem Social Enterprise, das der Erbringung von sozialen Leistungen dient, aber sich der Herausforderung stellt, wirtschaftlich überlebensfähig zu sein, ziemlich nahe. Die klare Grenze, die zwischen profitorientierten und wohltätigen Organisationen gezogen wird, verwischt allmählich.

Wir denken, dass sich im Laufe der Zeit ein einheitlicher Bewertungsmaßstab herausbilden wird, dem alle folgen werden: Verbraucher, Manager, Philanthropen, Politiker und Bürger allgemein. Und während das geschieht, werden viele Arten von „Wohlfahrts-Engineering“ (analog zum Finanz-Engineering) entstehen. Heutzutage können Sie die CO2-Bilanz ihres Flugs ausrechnen. Morgen werden brasilianische Dorfbewohner ihre Emissionsrechte bündeln und Emittenten zum Kauf anbieten – und wer weiß, welchen Wert die CO2-Zertifikate in der Zukunft haben werden? Es wird die Aufgabe der Regierungen bleiben, die Bewertungsstandards festzulegen und sicherzustellen, dass sie veröffentlicht und eingehalten werden. Wenn die Märkte über sämtliche notwendigen Informationen verfügen, müssten sie imstande sein, alles Übrige zu erledigen.

Mit folgendem Gedanken werden wir Sie verlassen: Da sich die Grenzen zwischen Unternehmen und dem Nonprofit-Sektor auflösen, werden aus Gegnern Partner werden. Es wird sich ein Konsens herausbilden, dass wir alle für unsere Welt Verantwortung tragen und zusammenarbeiten müssen, um sie zu verbessern. Und wir werden uns alle fragen, wie wir je anders haben denken können. 


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