Social Capital

Das soziale Kapital (Social Capital) bezieht sich auf die Beziehungen zwischen Personen und Gruppen, nicht auf Personen an sich (letzteres wäre das Human Capital).

Soziales Kapital bietet für die Individuen einen Zugang zu den Ressourcen des sozialen und gesellschaftlichen Lebens wie Unterstützung, Hilfeleistung, Anerkennung, Wissen und Verbindungen bis hin zum Finden von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Es produziert und reproduziert sich auch über Tauschbeziehungen, wie gegenseitige Geschenke, Gefälligkeiten, Besuche und Ähnliches. Um diese Ressourcen erlangen zu können, muss in soziale Beziehungen "investiert" werden. Soziales Kapital basiert konzeptionell auf sozialen Netzwerken.

Für die Gesellschaft verringert soziales Kapital soziale Kosten in dem Maße, wie Hilfeleistungen und Unterstützung im Rahmen der Beziehungsnetzwerke erbracht werden. Umgekehrt steigen die Kosten für die Unterstützung und Hilfeleistung von Kranken, Alten, Behinderten und anders beeinträchtigten Personen in dem Maße, wie Beziehungsnetze wie Nachbarschaften, Freundeskreise, Vereinsstrukturen usw. nicht mehr greifen.

Der Umfang des vorhandenen sozialen Kapitals in einer Gesellschaft wirkt sich auf das Wachstum bzw. den Rückgang einer Volkswirtschaft aus: Geschäftsbeziehungen, wirtschaftliche Transaktionen und Investitionen sind in einem mangelnden Vertrauensklima unsicherer (hohe "kalkulatorische Wagniskosten") und werden weniger risikofreudig und zügig getätigt. Sie benötigen wesentlich mehr Aufwand an Vorsondierung auftretender Probleme, rechtliche Absicherungen, längere Vertragsverhandlungen, Aushandlungen von Garantieansprüchen bei nicht eingehaltenen Verträgen usw. Geringes soziales Kapital erhöht somit die Transaktionskosten und verringert potenziell die Produktivität. 
Ökonomische Auswirkungen besitzt das Sozialkapital im positiven Sinn auf Allokation (Standortpolitik), Wachstum und Beschäftigung.

Siehe auch:

Social MediaSoziale KompetenzenSoziale Verantwortung (CSR)BehindertenintegrationBeruf und FamilieBetriebliche EingliederungGesundheitsmanagement

Bezug zu QET-Richtlinien:

Q02 Soziale KompetenzenE14 InklusionE15 WiedereingliederungE18 Fair Trade

Literaturempfehlung:

Kompetenz-Tipp: